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DNA-Zertifizierung - Warum?

Die rasend schnelle Entwicklung der biomedizinischen Forschung der letzten Jahre hat das Wissen um Erbkrankheiten und zugehörige Veranlagungen revolutioniert. Es wurden bereits tausende von Genen entschlüsselt, die verschiedene Erbkrankheiten verursachen; wodurch eine bessere Vorsorge, Früherkennung und Entwicklung von Behandlungsmethoden ermöglicht wird. Davon profitiert besonders in jüngster Zeit die Hundezucht und kann uns im ständigen Bemühen gesunde Hunde zu züchten einen großen Schritt weiter bringen.

Sinn und Zweck der DNA-Einlagerung

Für eine DNA-Einlagerung wird aus weißen Blutkörperchen zunächst die Erbsubstanz (DNA) isoliert. Die DNA-Probe wird dann tief gefroren gelagert und steht für eine große Zahl von Untersuchungen zur Verfügung. Die Sammlung von DNA-Proben, die mit Daten ihrer Spender verknüpft sind, wird als DNA-Bank bezeichnet. Die DNA-Einlagerung von möglichst allen, vor Allem aber in der Zucht stehenden Hunden einer jeweiligen Rasse bietet viele Vorteile..

DNA-Banken sind u. a. wichtige Voraussetzungen zur Aufklärung der Ursachen und Mechanismen von Erbkrankheiten. Hierbei handelt es sich um Erkrankungen, für die krankhaft veränderte Erbanlagen (Mutationen) entscheidend sind - und vererbt werden. Mutationen könnten jederzeit neu entstehen und sich je nach Zuchtstrategie innerhalb einer Rasse mehr oder weniger schnell ausbreiten. Für die Identifizierung solcher krankheitsverursachender Mutationen können zum Beispiel Familien- Studien durchgeführt werden, für die nicht nur die Eltern, sondern auch die Großeltern von betroffenen Hunden untersucht werden müssen. Gerade bei Erkrankungen mit spätem Krankheitsbeginn stehen Großeltern aber häufig nicht mehr zur Verfügung. Zuvor angelegte DNA-Banken können hier die Lösung des Problems sein. Als in der Zucht stehende Hunde würde dann die DNA der Eltern und Großeltern in dieser Bank eingelagert sein und könnte für die Forschung zu Verfügung stehen.

Zudem ermöglicht es den Einsatz von Hunden, die zwar rezessiv eine Anlage zu einer Erbkrankheit tragen, angepaart an einen Nicht-Anlagenträger, wird es keine Merkmalträger in der Nachzucht geben. Damit gehen wertvolle Veranlagungen dieser Hundes nicht verloren und die Variabilität der Population bleibt auf diesem Wege erhalten.

Auch für den Zuchteinsatz werden Vorteile bei der Partnerwahl möglich. Über die berechenbaren Schätzwerte von Inzucht- oder Ahnenverlustkoeffizient hinaus ergibt sich hierdurch der wahre, reale Verwandtschaftsgrad.

Des Weiteren würde das Material der DNA-Banken als DNA-Profil auch für eventuell später notwendige Abstammungsnachweise zur Verfügung stehen. Bei der Frage nach der Abstammung geht es um Klärung, ob eine vermutete Verwandtschaftsbeziehung bestätigt oder ausgeschlossen werden kann. Zuweilen ist es notwendig, einen Abstammungsnachweis noch nach dem Tod z.B. eines der Elternteile durchzuführen. Hierfür kann dann auch die in einer DNA-Bank eingelagerte DNA-Probe des jeweiligen Hundes genutzt werden.

Darüber hinaus wird es möglich, durch eine dreidimensionale Darstellung, in der jedem Eurasier ein Punkt zugeordnet werden kann, die genetische Variabilität (Vielfältigkeit) unserer Population in einem DNA-Cluster (Wolke) zu verdeutlichen.

Auf Grund der schnell fortschreitenden Weiterentwicklung molekularbiologischer Möglichkeiten, besonders jetzt nach der Entschlüsselung des gesamten Hundegenoms (Genom = Gesamtheit der Erbinformation), können derartige DNA-Banken zukünftig noch zusätzliche Vorteile bieten, die heute noch nicht klar ersichtlich sind.

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Weitere Informationen:

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